Wie bereits gestern angekündigt, ging es um 11:30 Uhr Richtung Flughafen. Erstaunlicherweise lief alles nach Plan. Das Auto wurde abgegeben und auch der Flug durfte ohne größere Verzögerungen stattfinden.
Der Flug selbst verlief so unspektakulär, dass es darüber eigentlich nichts zu berichten gibt. Dafür übernahm die Gepäckausgabe den Unterhaltungswert. Statt die Koffer wie "Normal" gemütlich auf dem Gepäckband ihre Runden drehen zu lassen, hatte die Deutsche Bahn beschlossen, ihnen einen exklusiven VIP-Abholbereich zu spendieren. Das bedeutete natürlich: warten. Und warten. Die Nerven wurden dabei etwas strapaziert und der ein oder andere Kommentar ließ sich nicht ganz vermeiden. Am Ende hielten wir unsere Koffer aber tatsächlich noch rechtzeitig in den Händen – ganze 20 Minuten vor Abfahrt unseres Zuges.
Aber Erwin und Ich sind uns eining
"A so a Fishermans Gwaaf"
Im Zug folgte dann die nächste Überraschung für mich.Erwin und Helga saßen dieses Mal leider nicht direkt bei uns . Dafür hatten wir das große Glück, direkt neben einer gut gelaunten Stammtischrunde zu landen. Allein an unseren Blicken erkannte die Runde sofort, dass wir auch ein Bier möchten. So viel Menschenkenntnis ist bemerkenswert oder sieht man uns bereits nach 3 1/2 Wichen schon an...wenn wir noch kein Coors bekommen haben. Jedenfalls dauerte es nicht lange, bis Micha und ich praktisch zum erweiterten Stammtisch gehörten.
Auf der Fahrt von Frankfurt nach Nürnberg wurden drei Halbe fachgerecht vernichtet und bei den Gesangseinlagen der Runde selbstverständlich kräftig mitgesungen. Die musikalische Qualität war dabei ungefähr so hoch wie die Treffergenauigkeit der Deutschen Nationalelf bei der WM. – aber der Spaß war dafür umso größer. So verging die Zugfahrt überraschend schnell.
Am Nürnberger Hauptbahnhof warteten bereits unsere Eltern auf uns. Dort trennten sich unsere Wege. Nach drei Wochen voller gemeinsamer Erlebnisse endete unsere Reise offiziell. Das nächste Abenteuer wartet bestimmt .....wann und wohin steht noch in den Sternen.
Zum Abschluss noch ein paar Zahlen für alle Statistik-Fans – und für die, die schon immer wissen wollten, wer auf dieser Reise eigentlich der größte Säufer war.
Unser treuer Begleiter Bruno hat uns über 4.100 Kilometer zuverlässig, stoisch und ohne nennenswerte Beschwerden durch Kanada getragen. Dabei genehmigte er sich gemütliche 334,27 Liter Sprit, was einem Durchschnittsverbrauch von 8,152 Litern auf 100 Kilometer entspricht. Für ein Fahrzeug seines Kalibers durchaus anständig.
Zu Fuß waren wir auch gut unterwegs. Insgesamt kamen 288 Kilometer zusammen – also durchschnittlich 12 Kilometer pro Tag. Mehr wäre vermutlich auch nicht sinnvoll gewesen, schließlich mussten wir zwischendurch regelmäßig unsere Flüssigkeitsversorgung sicherstellen.
Apropos Flüssigkeit: Während der 24 Tage wurden insgesamt 179 Coors fachgerecht entsorgt. Das macht bei vier Personen 44,75 Dosen pro Kopf beziehungsweise C.a. 14,8 Liter Bier je Person. Anders ausgedrückt: durchschnittlich knapp 0,66 Liter Bier pro Tag und Person. Medizinisch vermutlich fragwürdig, für den Urlaub aber durchaus im Rahmen.
Und trotzdem gibt es einen klaren Sieger: Bruno.
Mit seinen 334 Litern hat unser Auto uns beim Flüssigkeitsverbrauch locker in den Schatten gestellt. Er säuft also deutlich mehr als wir vier zusammen. Das wiederum bedeutet: Da ist bei uns noch Luft nach oben.
In diesem Sinne: Vielen Dank an alle, die unsere Reise verfolgt, mitgelacht und mitgefiebert haben. Es war ein unvergessliches Abenteuer mit vielen Kilometern, großartigen Landschaften, und der einen oder anderen Dose Coors.
Bis demnächst… 🍻
Heute Morgen hieß das Motto beim Frühstück : Restevernichtung. Alles musste weg – schließlich war es unser letztes gemeinsames Frühstück auf dem Zimmer. Lebensmittelverschwendung? Nicht mit uns. Unser Magen hatte zwar andere Pläne, wurde aber durch uns überstimmt.
Danach machten wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt Scotsman’s Hill. Der Fußmarsch war mittlerweile kaum noch der Rede wert. Irgendwann akzeptiert der Körper einfach sein Schicksal: Es wird gelaufen, bis man da ist. Beschwerden werden ignoriert.
Oben angekommen wurden wir mit einem großartigen Blick auf die Skyline von Calgary belohnt. Das Wetter zog anschließend etwas zu, weshalb wir noch ein paar Stunden entspannt in einer Mall verbrachten, bevor wir uns um 18:00 Uhr erneut im Cactus Club zum Essen einfanden.
Nach dem Essen ging es wieder zu Fuß zurück zum Hotel. Knapp 45 Minuten, die mittlerweile ebenfalls unter die Kategorie „Spaziergang“ fallen. Auf dem Zimmer wurde noch eine Runde Coors eingeläutet . Irgendwann kam die glorreiche Idee auf, den Aussichtspunkt Scotsman’s Hill noch einmal bei Dunkelheit zu besuchen.
Diesmal fuhren wir mit dem Auto hoch und fanden sogar einen Parkplatz – das eigentliche Highlight des Abends. Oben wartete allerdings die wahre Begrüßungskommission: gefühlt mehrere Millionen Stechmücken, die offenbar seit Stunden auf unser Eintreffen gewartet hatten. Jedes Einschalten der Kamera war für die Viecher das Signal zum Angriff. Fotografieren wurde dadurch zu einer Mischung aus Fotoshooting und Ganzkörper-Workout mit permanentem Gefuchtel.
Die Aussicht war trotzdem spektakulär und die Bilder haben sich definitiv gelohnt – auch wenn wir dafür ein paar Liter Blut als Eintritt bezahlt haben. Zerstochen, leicht genervt, aber zufrieden traten wir den Heimweg an.
Zurück im Hotel wurde die letzte Runde Coors vernichtet. Helga und Ich haben den Whisky den Gar ausgemacht Irgendjemand musste den Job schließlich übernehmen.
Um 0:45 Uhr fielen wir ins Bett. Morgen heißt es Abschied nehmen und um 11:30 Uhr Richtung Flughafen starten. Der Urlaub ist leider vorbei – aber es war wie immer ein großes Abenteuer und eine wunderbare Zeit mit der bereits bewährten Manschaft.
Morgen werde ich mein Abschlussresümee ziehen mit allen Zahlen Daten und Fakten für die Statistiker unter euch.
Fazit des Tages ......alles unter 15 km Laufleistung wird mittlerweile als lockerer Spaziergang gewertet .....und was uns Vier betrifft erleben genießen und diskutieren.....frei nach Wolfgang Ambros "Langsam wochs' ma z'amm"
Heute ging es gegen 10:45 Uhr, gut gestärkt nach dem Frühstück, auf Erkundungstour durch Calgary. Zuerst stand die beeindruckende Stadtbibliothek auf dem Programm – ein Bau-Highlight, das sogar Menschen begeistert, die Bücher sonst nur aus Erzählungen kennen.


Anschließend spazierten wir zu den Princes Island Park, von wo aus man einen großartigen Blick auf die Skyline der Stadt hat. Die Aussicht war die Mühe definitiv wert – schließlich wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass uns später noch 17 Blocks Fußmarsch bevorstanden.
Unser Ziel war ein Pub, in dem wir das Spiel der Deutschen verfolgen wollten. Die Stimmung war zunächst vielversprechend, denn auch einige Brasilianer schauten dort zuvor das Spiel ihrer Nationalmannschaft. Unterhaltung war also garantiert – wenn auch nicht unbedingt durch das deutsche Team.
Vom Auftritt der deutschen Nationalmannschaft waren wir dann allerdings eher… sagen wir: enttäuscht.Drei Bier beim zuschauen machten das ganze auch nicht erträglicher mussten Erwin und Ich feststellen.




LG
Zum Glück hatten wir bereits einen deutlich verlässlicheren Programmpunkt eingeplant: Um 18:00 Uhr wartete im Restaurant Cactus Café ein reservierter Tisch auf uns. Und anders als die deutsche Manschaft lieferte die Küche zuverlässig ab. Das Essen war hervorragend und sorgte dafür, dass die Laune langsam wieder in den positiven Bereich zurückkehrte.
Natürlich wurde auch der Calgary Tower von einen Besichtigungstermin nicht verschont.Von dort oben hat man eine großartige Aussicht über die Stadt – falls man sich überhaupt traut, den Blick vom Glasboden zu lösen.
Am Glasboden angekommen, bewiesen einige uns den Hang zum ausgefallenen Schwachsinn indem wir uns erschreckten.
Danach schlenderten wir gemütlich zurück zum Hotel. Am Ende des Tages zeigte der Schrittzähler über 15 Kilometer an – Calgary lässt sich eben am besten zu Fuß entdecken. Den Abend genossen wir auf unserem Fensterplatz im ein vorletztes Mal. Morgen wartet schließlich noch ein weiterer Teil der Stadt darauf, von uns erkundet zu werden.
Fazit....Tolle Stadt..... feines Essen...endtäuschender Auftritt unserer Elf.die Haubentaucher sollten sich mal unsere Laufleistung vor Augen halten.....kein Tag ohne Coors
Nach einer erfreulich langen Nacht für mich und einem gemütlichen Frühstück machten wir uns bei Regen auf den Weg von Edmonton Richtung Calgary. Da das Wetter ohnehin schon beschlossen hatte, regelmäßig Vollgas zu geben, fassten wir den extrem notwendigen Entschluss, noch ein Outlet anzufahren.
Kaum angekommen, öffnete der Himmel sämtliche Schleusen. Offenbar hatte er sich den gesamten Niederschlag der letzten Tage für genau diesen Moment aufgehoben.
Unser Vorteil: Man konnte das Outlet trockenen Fußes erkunden. Und wie immer waren wir beim Einkaufen ausgesprochen erfolgreich. Unser Koffer sieht das vermutlich etwas kritischer.
Anschließend ging es zum Hotel, einchecken und die Umgebung erkunden unsere Routine mittlerweile – allerdings nur in dem kurzen Zeitfenster, in dem der Regen offenbar Luft holen musste. Kurz darauf legte der Wind kräftig zu, sodass wir beschlossen, nach einem kleinen Einkauf unsere traditionelle Coors-Runde mit herrlichem Blick auf den Bow River vom Hotelzimmer aus zu genießen.
Diese Entscheidung war ein Volltreffer. Draußen entwickelte sich ein starkes Unwetter mit Starkregen und Sturm, während wir im Trockenen saßen und dem Naturschauspiel entspannt zusahen. Manchmal ist der beste Aussichtspunkt eben der, an dem man nicht nass wird.
Danach ging es früh ins Bett. Schließlich wollten wir am nächsten Tag fit sein, um Calgary zu erkunden – und wer weiß, was das Wetter dann wieder für kreative Ideen haben würde.
Fazit:
Das Wetter tobte sich aus, wir tobten uns im Outlet aus – am Ende waren alle zufrieden. Außer vielleicht unser Koffer… und unser Kreditkartenlimit. 😄
Ausschlafen bis 08:30 Uhr – ein absolut persönliches Highlight. Danach stand um 09:00 Uhr Frühstück auf dem Programm, schließlich sollte niemand mit leerem Magen ins Shoppingparadies starten
Erstes Ziel: die West Edmonton Mall. Ein kleiner, bescheidener Einkaufskomplex… mit Wasserpark, Kino, Hotel,Eishockeyfeld und schlappen 800 Geschäften. Wir verbrachten dort gemütliche drei bis vier Stunden und kamen einstimmig zu dem Schluss: Beeindruckend? Definitiv. Schnäppchenparadies? Eher so die Kategorie “Schau mal, wie schön teuer alles ist.”
Aber wir wären ja nicht wir, wenn uns so eine Kleinigkeit wie fehlende Schnäppchen von unserem Tagesziel abbringen würde. Also kurzerhand Kurs auf ein anderes Outlet genommen. Und siehe da – plötzlich wusste auch unser Geldbeutel wieder, warum er mitgekommen war. Hier konnte endlich mit gutem Gewissen geshoppt werden.
Gegen 18:30 Uhr ging es zurück zur West End Mall, denn dort wartete die nächste Herausforderung: etwas Essbares finden. Unser Favorit Cactus war natürlich restlos ausgebucht. Offenbar hatten noch andere Menschen die völlig ausgefallene Idee, Samstags Abend essen gehen zu wollen. Also trennten sich unsere Wege kurzzeitig, jeder fand sein eigenes kulinarisches Glück und – das Wichtigste – niemand musste verhungern.
Anschließend ging es nach Hause. Stammleser dieses Blogs kennen den Ablauf inzwischen auswendig: Die Coors-Whisky-Routine wurde pflichtbewusst eingeläutet, nebenbei etwas Fußball geschaut und dann erschöpft ins Bett gefallen. Ja, selbst beim Einkaufen schaffen wir inzwischen locker 15 Kilometer. Andere laufen dafür einen Halbmarathon – wir erledigen das zwischen Sportschuhen, Jeans und Food Courts.
Morgen wartet bereits die letzte Station unserer Reise: Calgary. Dafür müssen die Akkus noch einmal geladen werden. Zumindest unsere – die Kreditkarte dürfte ohnehin schon im Energiesparmodus sein.
Fazit des Tages:
Die Koffer sind deutlich voller.
Der Geldbeutel entsprechend deutlich leerer.
Und Wipplein ist jetzt stolzer Besitzer eines neuen Apfelspielzeugs. 🍎
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg Richtung Edmonton. Zunächst ging es noch einmal über den Icefields Parkway – zum zweiten Mal, allerdings bei deutlich schlechterem Wetter als auf der Hinfahrt. Die Berge waren zwar noch da, versteckten sich aber größtenteils hinter Wolken. Wir freuten uns das wir die Gegend bei schönerem Wetter erleben durften.
Danach führte die Strecke zunächst durch die Rocky Mountains und anschließend durch schier endlose Waldgebiete. Und mit „endlos“ meine ich wirklich endlos. Kilometer um Kilometer Bäume. Falls irgendwo zwischendrin ein Baum gefehlt hat, ist es vermutlich niemandem aufgefallen.
Trotzdem waren wir wieder beeindruckt von der Weite dieser Landschaft. Kanada schafft es irgendwie, dass selbst stundenlanges Geradeausfahren nicht langweilig wird – zumindest nicht für mich
Gegen 17:15 Uhr kamen wir schließlich in Edmonton an. Nach dem Einchecken wurden erst einmal die Zimmer bezogen und das Gepäck neu sortiert. Erstaunlich, wie sich Koffer ganz von allein in ein chaotisches Durcheinander verwandeln.Eine Runde Coors noch schnell hinter uns gebracht danach ging es zum Wallmart bummeln.
Zum Abendessen gab es feinen Lachs.Danach noch eine gemütliche Coors Whisky Runde und schließlich ab auf unser Zimmer. Der lange Fahrtag hatte uns erfolgreich davon überzeugt, dass Schlaf doch eine ziemlich geniale Erfindung ist.Den Tagesabschluss bildete ein ausgiebige Dusche. Nach so vielen Kilometern auf der Straße fühlte sich das fast wie ein Wellnessurlaub an.
Heute gibt’s nicht allzu viel zu berichten.Wir haben einen kleinen Ausflug zum Vermilion Lake gemacht und dort eine gemütliche Runde gedreht. Landschaft schön, Wetter in Ordnung, keine Bären auf dem Weg. Noch nicht.
Anschließend mussten wir die wirklich wichtigen Dinge erledigen: Brot und Hähnchen fürs Abendessen besorgen.
Ab 14:00 Uhr stand dann noch Fußball auf dem Programm. Die deutsche Nationalmannschaft war auf dem Spielfeld anwesend. Mehr Positives lässt sich über das Spiel leider nicht sagen.
Der Höhepunkt des Tages war eine Begegnung mit einem Baby-Grizzly. Wobei „Begegnung“ vielleicht etwas übertrieben ist. Tatsächlich hat Helga den kleinen Kerl erst im Nachhinein entdeckt, als Sie ihre Kamera laufen ließ und sich der Mini-Grizzly für einen kurzen Gastauftritt ins Bild schob. Ohne das Video hätten wir an diesem Tag keinen Bären nicht gesehen . So konnten wir uns im Nachhinein immerhin noch über den flauschigen Besucher freuen – aus sicherer Entfernung und ganz ohne Ihn zu stören
Noch zu erwähnen....Natürlich wäre so ein Tag ohne mein persönliches Highlight nicht komplett gewesen. Beim Wandern durch ein Sumpfgebiet hielt ich es für eine ausgezeichnete Idee, die Bodenbeschaffenheit genauer zu testen. Das Ergebnis: Ich rutschte elegant aus und verteilte Schlamm großzügig über Bein und Schuhe. Die erste Reaktion war leichte Verärgerung über mich.Kurz darauf überwog jedoch die Erkenntnis, dass dieser Vorfall unbedingt dokumentiert werden muss. Schließlich wird mir ja immer nachgesagt, dass mir nie etwas passiert.Zum Schluss wurden die Spuren des Missgeschicks am Fluß entfernt...
Jetzt haben meine Mitstreiter die Erkenntnis und Freude. Ich kann mich tatsächlich auch mal auf spektakuläre Weise zum Affen machen.
Nach dem abendlichen Coors Kurzprogramm ging es dann ins Bett, denn am nächsten Morgen stand eine ziemlich lange Fahrt Richtung Edmonton zu unserem nächsten Etappenziel auf dem Plan. Man braucht schließlich ausreichend Schlaf, um am nächsten Tag neue Möglichkeiten zu finden, sich in der Wildnis lächerlich zu machen.
Zum Abschluss des Tageskonnte ich nicht widerstehen, unseren eigenen Kamin in unserer Blockhütte noch anzuzünden und die letzten Stunden zu genießen.
Ps:Zur großen Freude stellte Micha beim Auschecken fest, dass wir das Zimmer bereits im Voraus bezahlt hatten. Eine überraschende Erkenntnis, die unser Urlaubsbudget schlagartig größer erscheinen ließ – wahrscheinlich aber nur bis zum nächsten Besuch im Outlet in Edmonton. Das dort eingesparte Geld wird hier sicher von allein wieder ausgegeben.
Heute wurde erst um 08:00 gefrühstückt und es gab mal wieder Eier Juhu!
Danach stand zur Abwechslung mal etwas völlig Neues auf dem Programm: Johnston Canyon – mit Wasserfällen. Ja,....Wasserfälle. Man könnte meinen, Kanada hätte außer Bergen, Seen und Wasserfällen nicht viel zu bieten. Trotzdem muss man zugeben: Der Trail ist wirklich schön. Die rund 5 Kilometer haben wir mittlerweile mit einer Gelassenheit abgespult, die fast schon beunruhigend ist. Was früher als Wanderung galt, läuft heute unter „kleiner Verdauungsspaziergang“.
Anschließend ging es auf den Mountain Tunnel Trail. Die Eckdaten klangen zunächst harmlos: nur 2 Kilometer. Was die Beschreibung allerdings verschweigt: gefühlt verlaufen davon 1,99 Kilometer ausschließlich bergauf. Der Trail war entsprechend schweißtreibend, bot aber als Entschädigung eine Aussicht, die uns für einen kurzen Moment verstummen ließ......auf der Rückfahrt lief uns noch Gevatter Fuchs über den Weg.
Ab 18:00 Uhr wurde dann offiziell in den Erholungsmodus gewechselt. Bei einem kühlen Coors begann die hochprofessionelle Regenerationsphase. nicht ganz unumstritten, aber äußerst beliebt.
Den kulinarischen Höhepunkt des Tages lieferte anschließend Erwin. Auf den Tisch kamen Tomaten-Nudeln – simpel, aber hervorragend. Dafür geht ein herzlicher Dank an Erwin, unseren „Pasta Chief“, dessen Leistungen heute vermutlich mehr Begeisterung ausgelöst haben als sämtliche Wasserfälle und Seen zusammen.
Nach dem Festmahl waren wir uns eigentlich einig: Mehr Höhepunkte kann dieser Tag kaum noch liefern. Ein klassischer Fall von voreiliger Fehleinschätzung.
Also machten wir uns trotzdem zum allabendlichen Bear-Hunting auf. Und dann bewies unsere Späherin Helga ihr außergewöhnliches Talent: „Bär!“ schallte es durchs Auto ....Erwin setzt zu seiner berüchtigten 180 Grad Drehung an– und tatsächlich stand ein prächtiger Schwarzbär seelenruhig direkt am Straßenrand, als hätte er dort einen Fototermin vereinbart.Wir vier waren schlagartig sprachlos. Kamera raus, draufhalten und einfach nur staunen. Der Herr Schwarzbär zeigte sich von seiner geduldigen Seite und ließ uns ungewöhnlich lange filmen. Ganz entspannt, souverän.
Erst als der unvermeidliche Andrang durch weitere Autos und Beobachter einsetzte, entschied der Kamerad, dass seine Vorstellung beendet sei. Mit beneidenswert lässigem Schritt verschwand er wieder im Wald – vermutlich mit dem Gedanken: „Genug für heute.....“Was für ein Moment! Man kann noch so viele Bilder und Filme machen – einem wilden Schwarzbären so nah und doch ganz in seinem Element zu begegnen, bleibt einfach ein Erlebnis, das uns für immer in Erinnerung bleiben wird
Fazit des Tages:
12 Kilometer gesamte Wanderung ( die kleinen Kurzstrecken mitgerechnet), unzählige Höhenmeter, beeindruckende Aussichten, Wasserfälle und dann noch Pasta. Die perfekte Balance zwischen sportlichem Ehrgeiz und der Erkenntnis, dass man sich nach jeder Anstrengung etwas Gutes gönnen sollte......und .....man soll den Tag nicht vor dem Abend loben mit Wildlife muss man immer rechnen.
Ps:Noch zu erwähnen Erwin konnte mit Ohrenstöpsel, der kanadischen Eisenbahn, den Gar ausmachen und somit heute Nacht friedlich schlafen....und wenn Du denkst es passiert nichts mehr kommt irgendwo ein Schwarzbär her
Tagesbericht – mit militärischer Präzision und zivilem Chaos
06:30 Uhr: Aufstehen.
07:00 Uhr: Frühstück.
07:30 Uhr bis 07:45 Uhr: Abfahrt
Straffer Zeitplan wie bei der Bundeswehr.
Schließlich mussten wir pünktlich um 08:30 Uhr in Banff bereitstehen, denn wir wurden von unserem Guide abgeholt. Unser Fahrer und Guide „C.W.“ erwies sich als echter Glücksgriff. Er erklärte alles ausführlich, hatte auf jede Frage eine Antwort und versorgte uns mit zahlreichen Tipps, die sehr brauchbar waren.
Ziel des Tages waren Lake Louise und Moraine Lake. An beiden Aussichtspunkten herrschte ungefähr die Atmosphäre eines gut besuchten Volksfestes. Trotzdem gelang es uns immer wieder, Fotospots zu finden, auf denen nicht mindestens 50 andere Touristen gleichzeitig posierten.
Die Natur war schlicht beeindruckend. Worte reichen kaum aus, um die Schönheit der Landschaft zu beschreiben – und das ist mittlerweile aber keine Überraschung mehr für uns.
An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an mein Wipplein, das das Ass namens GetYourGuide aus dem Hut gezaubert hat. Ohne diese Idee hätten wir diesen großartigen Tag vermutlich nicht genießen können
Nach dem Ausflug kehrten wir in einer urigen Bar ein. Dort gab es Burger für 3 von uns und Lachs für Erwin. Das sollte erwähnt werden, weil Erwin sonst später behauptet, seine kulinarischen Bedürfnisse würden ignoriert und nicht ausreichend dokumentiert.
Der Tag hätte nun nahezu perfekt enden können. Hätte: !!
Denn anschließend stand noch Einkaufen auf dem Programm.
An der Kasse präsentierte Micha einen spontanen Zaubertrick mit dem Titel „Flying Pickles“ – auf Deutsch: „Fliegende Gurken“. Zur allgemeinen Überraschung segelte ein bereits bezahltes Gurkenglas scheinbar wie aus Geisterhand und ohne äußere Einwirkung elegant durch die Luft und landete auf dem Boden.
Der Blick von Micha nach dem Motto "ich war's nicht" löste bei uns drei leichte Zweifel aus.....da Sie sich nicht weiter rechtfertigte war die Ursache für Helga, Erwin und meiner Wenigkeit zweifellos geklärt.....(nur mal so ich hätte eh zu 90% richtig getippt)
Die Folge: Zehn Minuten Hochbetrieb. Micha, der Kassenboy und diverse von mir abgerissene Papiertücher bildeten eine eingespielte Einsatzgruppe zur Schadensbegrenzung. Ich hatte zwischenzeitlich den Eindruck, der Manager beobachtete mich bereits als potenzielle Servicekraft, während ich "die Aufwischer" in Rekordgeschwindigkeit mit neuem Material versorgte.
Erwin verfolgte das Geschehen fasziniert wie eine Live Doku, während Helga völlig unschuldig die Kamera draufhielt und somit für die Nachwelt Beweismaterial sicherte.
Nach diesem nervenaufreibenden Einsatz hatten wir uns unser frisch gekauftes Coors redlich verdient.
Komplett fertig gingen wir gegen 22:00 Uhr schlafen..... auch sehr selten
Fazit
Ein Tag voller beeindruckender Natur, perfekter Organisation, gutem Essen und ein Gurkenglas, welches sich selbstständig machte.
Die beiden Lakes waren spektakulär, der Guide hervorragend und die „Flying Pickles“-Vorführung wird vermutlich länger in Erinnerung bleiben als mancher Aussichtspunkt. Insgesamt: 10 von 10 Punkte für diesen Tag.
Ps:Erwin verwendet nun Ohrstöpsel damit konnte Er die vergangene Nacht friedlich schlafen.Somit wurde der kanadischen Eisenbahn der Gar ausgemacht und der Stecker gezogen.
06:30 Uhr war wieder Wecken angesagt. Ein Ereignis, das ich persönlich weiterhin für einen Verstoß gegen die Menschenrechte halte. Um 07:00 Uhr gab es Frühstück – allerdings ohne Eier. Das zweite No-Go des Tages, aber wer auf den Icefields Parkway möchte, muss offenbar Opfer bringen.
Pünktlich um 07:30 Uhr ging es los. Unser Reiseleiterin Helga hatte offensichtlich die Mission, jeden einzelnen Aussichtspunkt entlang der Strecke persönlich zu kontrollieren. Gefühlt hielten wir alle fünf Minuten an. Fairerweise muss man sagen: Die Landschaft gab Ihr recht. Besonders beeindruckt haben mich der Gletscher und natürlich der Waterfowl Lake , dessen exakten Namen ich inzwischen erfolgreich verdrängt habe.





Um 17:30 Uhr erreichten wir Banff. Die Unterkunft war hervorragend: wunderschöne Blockhäuser, tolle Lage,Einen kleinen akustischen Makel gab es allerdings – dazu später mehr.
Zum Abendessen gab es Vesper bei Erwin und Helga. Anschließend stand das traditionelle Bärenscannen entlang der A1 auf dem Programm. Die Bären hatten jedoch offenbar frei oder waren anderweitig beschäftigt. Jedenfalls blieben wir erfolglos.
Zurück in der Unterkunft wurde die bewährte Coors-Routine eingeleitet und der nächste Tag geplant....Durch Michas Buchung über "Get your Guide" können wir morgen den Lake Luise und den Moraine Lake jetzt doch erkunden (die örtlichen Shuttels waren alle ausgebucht)...Lob an mein Wipplein.
Ausserdem dank des jetzt vorhandenem Mobilfunkempfang konnten außerdem die Blog- und Tagebuchpflichten erfüllt werden. Gegen 22:30 Uhr war offiziell Feierabend.
Ich ging noch duschen, als plötzlich ein ohrenbetäubendes Signalhorn ertönte. Sofort musste ich an Erwin denken und grinste. Am Tage darauf sollte sich meine Vermutung bestätigen. Erwin stand scheinbar zur selben Zeit senkrecht im Bett.
Wie sich herausstellte, entwickelte sich das Thema Zuglärm für ihn zur nächtlichen Lebensaufgabe. Und nicht nur für ihn. Auch Micha durfte mehrfach spontane Adrenalinschübe erleben. Helga und mich hingegen ließ der Höllenlärm, der mit kurzen Unterbrechungen bis etwa 04:00 Uhr morgens anhielt, vollkommen kalt.
Wir schliefen den Schlaf der Gerechten.
Die anderen führten währenddessen offenbar einen privaten Abwehrkampf gegen die kanadische Eisenbahn.
Fazit des Tages: Uns entgeht garantiert keine Sehenswürdigkeit . Erwin hat mit der kanadischen Eisenbahn ein neues Feindbild gefunden. Coors schmeckt weiterhin....Whisky muss besorgt werden und ich darf wie gnädig eine halbe Stunde länger schlafen.